Hautnah
Young Mission

„Revolutionäre Welle des Glaubens“ überflutet Unna

Die Reportage vom 4. Weekend

von Victoria Samp

YOUNG MISSION feiert ersten Geburtstag

Jung, be„Geist“ert und revolutionär: So zeigen sich die mehr als 200 Teilnehmer bei YOUNG MISSION. Dieses Wochenende ist ein besonderes: Vor genau einem Jahr begannen die Jugendlichen gemeinsam, die revolutionäre Welle des Glaubens in Hardehausen zu reiten. Nun kommen sie nach Unna und reißen bei ihrem 4. Treffen viele Leute in ihrer Begeisterung und Glaubensfreude mit sich.

Ihre Geburtsstunde hatte die Initiative vor genau einem Jahr: Am 21. Juni 2014 versammelten sich hundert Teilnehmer erstmals in Hardehausen, um dem Auftrag des Papstes beim Weltjugendtag in Rio de Janeiro zu folgen: „Seid revolutionär!“ Nach einem Jahr beten, tanzen, singen und feiern bereits doppelt so viele Jugendliche ihren Glauben. Der „Spirit“ aus Rio schwingt immer noch mit und hat mittlerweile seine eigene westfälische Note bekommen.

„Seid revolutionär!“

„Feel the spirit“, so lautet das Motto für das Treffen in Unna. Diesmal wollte der Geist woanders wehen. So wurde die YOUNG MISSION-Flagge an der St.-Katharina-Kirche gehisst und die „Copacabana“ auf den Kirchenvorplatz in Unna verlegt: Ähnlich wie in Hardehausen werden die Teilnehmer auch hier mit dem symbolischen Surfbrett, Palmen, guter Musik und frischen Cocktails in Empfang genommen. „Welcome“ wird hier groß geschrieben und hat sogar ein eigenes Team, das für das richtige Ankommen und Willkommen sorgt.

Stephan Schröder hielt die Katechese

Kaum angelangt, geht das Glaubensfest, das in Rio seine Anfänge genommen hat, weiter: Mit einem großen Flashmob vor der Kirche wird das Wochenende eingeleitet. „Wusstet ihr, dass die Katholische Kirche mit einem Flashmob mit 2,5 Millionen Teilnehmern den Weltrekord hält?“, fragt Louis Lersmacher, einer der ehrenamtlichen Teamer, die Jugendlichen und bringt ihnen mit seinem Team die Schritte bei.

Nachdem sich alle so auf das Wochenende eingestimmt, eingecheckt, ihre YOUNG MISSION-Bändchen erhalten und sich einen guten Platz in der stimmungsvoll gestalteten Kirche gesichert haben, folgt auch schon der Höhepunkt des Abends: die Vigilfeier. Maren Gödde aus dem Leitungsteam erklärt die Bedeutung: Es sei eine Nachtwache, mit der man sich auf ein besonderes Ereignis vorbereite. Bei den Weltjugendtag sei die Vigilfeier mit dem Papst feste Tradition. Sie gebe die Gelegenheit, in Stille mit dem im Allerheiligsten gegenwärtigen Jesus ins Gespräch zu kommen. Die Kirche wird erfüllt von Kerzenlicht und für einen Moment auch von einer vollkommenen Stille. Dann stimmen alle in den langsam ansteigenden Gesang ein. Nach diesen bewegenden Momenten hören die Jugendlichen zwei Glaubenszeugnisse: Maria Löblein (17) und Wiebke Retzmann (25) berichten von ihren unterschiedlichen Wegen zum Glauben und von ihren Erfahrungen mit dem Heiligen Geist. Im Anschluss besteht die Möglichkeit, bei Musik in der Kirche zu verweilen oder ein Seelsorgegespräch wahrzunehmen.

„Die Verbindung von Glaube und Party finde ich klasse.“

Während einige Teilnehmer noch in der Kirche verweilen, stimmen sich die anderen bereits auf die Party ein. Die beiden DJs sorgen für beste Stimmung unter den Jugendlichen. Pünktlich zur Mitternacht ertönt das „Happy Birthday“ und die Geburtstagstorte wird angeschnitten. Doch damit ist die Party nicht vorüber. „Die Verbindung von Glaube und Party finde ich klasse“, meint Nathanael Brehm (18) aus Unna. Er ist das erste Mal bei YOUNG MISSION dabei und sollte eigentlich nur als Sanitäter in der Turnhalle bereit stehen. Doch er lässt sich von der „revolutionären Welle des Glaubens“ mitreißen. Dass er damit nicht der einzige ist, ist unschwer zu erraten: Marco Müller (25) aus Hamm hat ein breites Grinsen im Gesicht und kommt aus der Begeisterung gar nicht mehr heraus. Er ist zum zweiten Mal bei YOUNG MISSION dabei und hat eine so stimmungsvolle Vigil wie am Abend nur beim Weltjugendtag in Köln erlebt. Aber auch die Party findet er super. Seine Erwartungen an das Wochenende haben sich mehr als erfüllt. Er freut sich besonders, so viele begeisterungsfähige junge Menschen kennengelernt zu haben.

Zuhören

Trotz der kurzen Nacht, sind die jungen Leute am nächsten Morgen hellwach. Sie üben noch einmal den Flashmob ein und stimmen die Lieder an, bevor Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder in seiner Katechese eine Parallele zwischen der Kirche und einem Fußballteam zieht: Ein überzeugendes Spiel sei nur mit Vertrauen und Gehorsam gegenüber dem „Trainer“, Jesus Christus, mit einer bewussten Mannschaftszugehörigkeit und viel Teamgeist, der Gemeinschaft im Glauben, zu leisten. Gelinge das, so sei auch mit einer großen Anhängerschaft zu rechnen. In den anschließenden Gruppengesprächen stellen die Jugendlichen gemeinsam fest, dass ihr Leben ständig in Bewegung ist, ob man gerade die Schule, das Studium oder die Ausbildung abgeschlossen oder vielleicht seinen Wohnort gewechselt hat. Dabei gebe ihnen der Heilige Geist Kraft. Diese Überzeugung möchten sie an andere weitergeben, indem sie Begeisterung ausstrahlen, die aus Momenten wie der Vigilfeier herrührt.

An diesem Wochenende jedenfalls haben sie das geschafft. Ihre Glaubensbegeisterung schlägt in Unna hohe Wellen. Die prall gefüllte Kirche, die stimmungsvolle Musik und die von der Jugend vermittelte Freude am Glauben lässt die Gemeinde in Unna eine junge und lebensfrohe Kirche erleben.

„Werdet mit Jesus vertraut“ und „Wagt so zu leben, wie er gelebt hat.“

Pfarrer Georg Birwer (Unna) geht in der Heiligen Messe auf das Surf-Symbol von YOUNG MISSION ein: Es zeige nicht nur die revolutionäre Welle des Glaubens, sondern gebe auch den Inhalt des heutigen Evangeliums wieder, in dem Jesus die Wellen still legt und seinen Jüngern die Angst vorm Untergehen nimmt. In seiner Predigt ermuntert Pfarrer Birwer die Jugend dazu, nicht nur von Revolution zu sprechen, sondern sie zu leben, Jesus nachzuahmen und sich an seiner frohen Botschaft zu orientieren. Bei den Fürbitten lassen die Jugendlichen ihre Gebete auf einem riesigen Ballon in die Luft steigen. Zum Abschluss der Messe wird noch einmal der Flashmob getanzt. Mittlerweile haben ihn die Jugendlichen sehr gut drauf und setzen auch viele Gemeindemitglieder in Bewegung.

Ein wenig wehmütig, aber bereits mit großer Vorfreude lädt Benedikt Hebbecker aus dem Leitungsteam zum nächsten YOUNG MISSION Wochenende am 24. und 25. Oktober in Hardehausen sowie zur Fahrt des Erzbistums zum Weltjugendtag 2016 nach Krakau ein.

Nach der Messe werden die Teilnehmer mit individuellem Segen beschenkt. Und einige Jugendliche, die sich derzeit auf ihre Firmung vorbereiten, haben noch die Möglichkeit, am eigenen Leib zu spüren, dass Gott sie nicht hängen lässt: Sie lassen sich vom Dach der St.-Katharina-Kirche abseilen und landen damit nach einem sicherlich beflügelnden Wochenende wieder auf dem Boden der Tatsachen – ihrem Lebensalltag, in den sie nun die Begeisterung vom YOUNG MISSION-Wochenende weitertragen möchten.

Die Fotos vom Wochenende haben wir für Euch in einer Webgalerie auf dem Jugendportal des Erzbistums gesammelt.

YOUNG MISSION – eine Initiative junger Christen –
wird organisiert und betreut von Diözesanjugenpfarrer Stephan Schröder und Team
im Jugendhaus Hardehausen, der Jugendbildungs- und Begegnungstätte des Erzbistums Paderborn
Abt-Overgaer-Straße 1 | 34414 Warburg | info@go-hdh.de | www.go-hdh.de