Hautnah
Young Mission

Jeder ist ein Teil des „Teams Jesu Christi“

Katechese, Glaubenszeugnis & PRedigt

von Victoria Samp

Nach euphorischem Warmsingen am Sonntagmorgen warten die Jugendlichen des YOUNG MISSION-Weekends in der St.-Katharina-Kirche in Unna gespannt auf die Worte von Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder. Auf einmal ertönt die Champions League-Hymne und auf dem Beamer ist das entsprechende Intro zu sehen. Nach kurzer Verwirrung macht Stephan Schröder deutlich: Das war kein Versehen. Hier geht es um das „Team Jesu Christi“, von dem jeder ein unerlässlicher „Mitspieler“ ist.

„Der Fußball ist für uns Gläubige das, was uns Gott anvertraut hat: Seine Botschaft“. Die Gläubigen, seien durch den Anpfiff – die Taufe – Teil des „Teams Jesu Christi“. Stephan Schröder ruft dazu auf, nicht „an der Außenlinie stehen“ zu bleiben, sondern „in die Offensive“ zu gehen und „Gott mit vollem Einsatz und ganzem Herzen ins Spiel bringen“, indem der Glaube mit Leben gefüllt wird. Dabei habe jeder im „Team Jesu Christi“ durch seine individuellen Gaben eine bestimmte Position.

Unerlässlich sei auch der „Teamgeist“, die Gemeinschaft im Glauben. Die Jünger bekamen an Pfingsten durch den Heiligen Geist neuen Mut, um mit ihrer Botschaft raus zu gehen und die Menschen von Jesus zu begeistern. So wurde eine große „Mannschaft“ aus Jesus Anhängern, die vom Geist der Begeisterung erfüllt waren.

Doch Diözesanjugendpfarrer Schröder weiß auch, dass nicht jedes Spiel glatt läuft: Oft komme es uns so vor, als würde der Glaube verloren gehen. Das Vertrauen in den „Trainer“ Jesus, seine Botschaft und seine Nähe in der Eucharistie seien der richtige Weg. Dort lasse er uns den „Spirit“ spüren. Im Gottesdienst stärke er uns, wie in einer Halbzeitpause, mit einen Worten und seiner Anwesenheit, um uns wieder auf das Leben loszulassen.

Der Fußball ist für uns Gläubige das, was uns Gott anvertraut hat: Seine Botschaft“

Zum Schluss seiner Katechese gibt Stephan Schröder dem Team durch seinen Einwurf einen neuen Motivationsschub: „Wir können nur neue Anhänger gewinnen, wenn wir mit unserem Spiel überzeugen, wenn der Spirit der Mannschaft spürbar wird.“ Der Diözesanjugendpfarrer sieht einem Finale entgegen, aus dem das „Team Jesu Christi“ durch den Einsatz jedes Einzelnen als Sieger hervorgeht.

Am Vorabend bereits richtet Stephan Schröder in seiner Einleitung zu den Glaubenszeugnissen die zentrale Botschaft an die Jugend: „Der Wind weht, wo er will; du hörst sein Brausen, weißt aber nicht, woher er kommt und wohin er geht“ (Joh 3,8). Dass der Heilige Geist von jedem anders verspürt wird, haben Maria Löblein (17) aus Unna und Wiebke Retzmann (25) aus Dortmund in ihren Glaubenszeugnissen deutlich gemacht.

Stephan Schröder hielt die Katechese

Maria Löblein ist zum ersten Mal bei YOUNG MISSION dabei und freut sich über so viele Leute in ihrem Alter. Die engagierte Sängerin findet in der Musik die Möglichkeit, das zum Ausdruck zu bringen, was sich nicht in Worte fassen lässt. Bei der Frage nach Momenten, in denen sie Gott spürte oder gar Wunder erlebt habe, berichtet sie: „Je mehr man von Gott fordert, dass er sich zeigt, desto enttäuschter ist man: Ich habe Gott in vielen Situationen vermisst oder die typische Frage nach dem „Wieso?“ gestellt. Aber im Nachhinein habe ich jedes Mal festgestellt: So wie es gelaufen ist, war es gar nicht so schlecht“. Der Schlüsselmoment in Marias Glauben war ihre Firmung.

Ganz anders bei der jungen Grundschullehrerin Wiebke Retzmann. Die unzureichende Vorbereitung habe bei der Firmung für keinen bewegenden Moment gesorgt. Durch ihre Mitarbeit im Jugendhaus Hardehausen habe sie später junge Menschen erlebt, die offen über ihren Glauben sprachen und teilweise berührende Wandlungen durchgemacht hätten. Diese Erfahrungen dort sorgten bei ihr für eine neue Welle der Begeisterung. Dort konnte sie „so etwas wie den Heiligen Geist – oder sogar den Heiligen Geist selbst“ spüren. Auch heute versucht sie sich für ihn empfänglich zu machen. Da dies viel mit Atmosphäre und Gefühlen zu tun habe, sei eine Vigil wie diese genau die richtige Situation, um den Heiligen Geist und damit das zu erleben, was man nicht begreifen kann. Kleine Wunder erlebt Wiebke immer wieder, besonders dann, wenn sie mit Gleichgesinnten Taizé-Gebete vorbereitet und die Freundschaft und das Miteinander erfährt.

Geht es um die Mission der Kirche, sind sich die Beiden einig: Die Kirche könne und müsse auch zu den Leuten kommen. Sie sei nicht nur dort, wo das Gotteshaus stehe, sondern im zwischenmenschlichen Alltag. Maria fügt hinzu: „In der Kirche fehlt es manchmal an Begeisterung. Aber man sagt ja nicht umsonst: Wir feiern die Messe“. Dass die Kirche durchaus dazu in der Lage ist, bewiesen die jungen Leute im Laufe der Eucharistiefeier, die mit einem großen Flashmob abgeschlossen wurde.

„Sucht Gelegenheiten für die Revolution des Glaubens.“

Eine Welle der Begeisterung folgte auch auf die beflügelnde Predigt von Pfarrer Georg Birwer aus Unna. Revolution – so Pfarrer Birwer in Bezug auf das Motto von YOUNG MISSION – bedeute „Umwälzung der Verhältnisse“. In der heutigen Zeit des „rasenden Stillstandes“ falle leider alles in sich zusammen – so bei vielen Teilnehmern auch die Begeisterung von diesem Wochenende, wenn sie am Montag wieder in ihren Lebensalltag zurückkehrten. Doch es gehe nicht darum, nur von der „Welle des Glaubens“ zu reden, man solle sie auch leben. In der Geschichte wären Revolutionäre diejenigen, die all ihre Anstrengungen in ein Ziel steckten und ihr Leben daran ausrichteten. So sei es auch Aufgabe der Jugend, Gelegenheiten für die „Revolution des Glaubens“ zu suchen.

Aus eigener Erfahrung weiß Pfarrer Birwer zu berichten, dass man, einmal angesteckt, nie mehr von Jesus ablassen kann. Von ihm käme eine Kraft, die nicht mehr loslassen kann. Doch Jesus störe sich an vielem in unserem Leben: daran, dass man es so führe, als wäre es das einzige und nur für sich und seine Karriere lebe, anstatt für Andere; und auch daran, dass die Kirche satt und selbstgefällig sei: „Wir würden die Kirche gern nach unserem Maßstab ausrichten, doch das geht nicht.“

Um zu erfahren, was Jesus Christus aufstört, gibt Pfarrer Birwer der Jugend zwei konkrete Tipps: „Werdet mit Jesus vertraut“ und „Wagt so zu leben, wie er gelebt hat“. Mit Jesus vertraut werden könne man besonders durch die Vigil oder die Lektüre des Evangeliums. Wie man sein Leben nachahmen könne, ließe sich an seinen Botschaften an die Jünger ablesen, die Jesus mit dem Auftrag „Heilt Kranke, […] treibt Dämonen aus“ ins „Praktikum“ geschickt hätte. Die Jünger seien damals nicht älter als die Firmbewerber gewesen. So sei der Auftrag auch an sie gerichtet – auch in unserem Leben gebe es genügend Dämonen und genügend zu heilen.

YOUNG MISSION – eine Initiative junger Christen –
wird organisiert und betreut von Diözesanjugenpfarrer Stephan Schröder und Team
im Jugendhaus Hardehausen, der Jugendbildungs- und Begegnungstätte des Erzbistums Paderborn
Abt-Overgaer-Straße 1 | 34414 Warburg | info@go-hdh.de | www.go-hdh.de