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Young Mission

„Heiliger Boden“

Katechese von Stephan Schröder

von
Diözesanjugendpfarrer
Stephan Schröder

Liebe jungen Freunde in Christus!

Was ist Dir heilig?

Häufig hört man: Zeit mit Freunden verbringen, die Lieblingshose, der Urlaub, das Smartphone, Fußball…

Ok, ich verstehe, dass das vielen besonders wichtig ist. Doch ich frage mich, ob das Wort „heilig“ hier wirklich zutreffend ist?

Wann ist also etwas so wirklich richtig heilig?

Die biblische Bedeutung von „Heilig“

Die Heilige Schrift kann uns hier weiterhelfen: Das Wort „Heilig“ findet seinen biblischen Ursprung im Alten Testament und heißt im Hebräischen „קדוש“ („kadosch“). Damit ist gemeint, dass nur Gott allein heilig ist. „Kadosch bedeutet so viel wie „etwas Besonderes“, etwas das nicht weltlich ist. Der Begriff „heilig“ oder „das/der Heilige“ wird in der Schrift übrigens etwa 420 Mal genannt. Der älteste biblische Beleg für Heilig dürfte im Buch Jesaja 6,3 stehen. Dort erklingt der Gesang der Engel (Seraphim) vor dem Thron Gottes mit dem dreimaligen „Heilig, heilig, heilig ist der Herr (JHWH) Zebaoth, alle Lande sind seiner Ehre voll!“. Das dreimalige Heilig ist also die absolute Steigerung von „Heilig“, mehr geht nicht, das ist nur allein Gott vorbehalten. Das ist der Superlativ von Heilig! – Uns ist übrigens das dreimalige „Heilig“ als Lied zum Sanctus bekannt, welches unmittelbar nach der Präfation (Dank- und Preisgebet; das lat. „prae“ bedeutet, dass der Priester vor der Gemeinde Gott preist) gesungen wird und das Hochgebet mit den Wandlungsworten eröffnet.

Jahwe ist sogar so heilig, dass noch nicht einmal sein Name ausgesprochen werden durfte.

In der Erzählung von Mose am brennenden Dornbusch erfahren wir, was es heißt dem absolut Heiligen, also Gott selbst zu begegnen. Weil er dem Heiligen begegnet muss er sogar die Schuhe ausziehen und sein Gesicht verhüllen. Jahwe ist sogar so heilig, dass noch nicht einmal sein Name ausgesprochen werden durfte. Mose fragt ja am brennenden Dornbusch nach seinem Namen. Eine Stimme aus dem Dornbusch spricht: „ICH BIN DER ICH BIN DA!“.

Stephan Schröder hielt die Katechese

Heilige Orte – Jerusalem

Im Judentum gab es nur einen heiligen Ort: Den Tempel in Jerusalem. Im Tempel wurde das Allerheiligste aufbewahrt: Die Bundeslade mit den 10 Geboten. Dieser Ort war so heilig, dass der Hohepriester ihn nur einmal im Jahr betreten durfte. Ansonsten konnte nur der Vorhof zum Tempel betreten werden. Deshalb war für die Juden die Zerstörung ihres Tempels im Jahre 70 n. Chr. eine absolute Katastrophe, weil ihnen das Allerheiligste genommen wurde.

Kirchen als Heilige Orte

Auch für uns Christen gibt es heilige Orte. Der heiligste Ort ist für uns Christen eine Kirche, denn sie bewahrt auch das Allerheiligste auf, die Eucharistie im Tabernakel. Eine Kirche ist ein Haus Gottes, ein absoluter Sakralraum, ein absolut heiliger Ort.

Für mich persönlich ist ein absolut heiliger Ort meine Heimatkirche. In der Pfarrgemeinde Hl. Drei Könige in Garbeck wurde ich getauft, bin dort zur Erstkommunion gegangen und wurde dort gefirmt. Ich habe dort meine Primiz, also die erste Heilige Messe als Neupriester gefeiert und habe dort meinen Vater zu Grabe getragen. Dort habe ich in unzählig vielen und langen Gebeten mit Gott über meine Berufung zum Priesteramt nachgedacht. Ja, meine Heimatkirche ist mir heilig, weil ich dort Gott ganz nah bin. –

Hier kommen wir dem Heiligen auf die Spur!

Die neue Jugendkirche in Hardehausen

Mittlerweile ist aber auch Hardehausen für mich ein heiliger Ort geworden. Als ich das erste Mal an diesen Ort kam vor gut 8 ½ Jahren im Jahre 2008 war alles neu und ungewohnt. Der Kirchenraum wirkte auf mich sehr kalt und dunkel und irgendwie nicht wirklich anziehend und schön. Kompensiert habe ich das durch die Menschen, die mir hier begegnet sind, wo immer wieder Göttliches aufgeleuchtet ist. Doch in mir kam ziemlich schnell der Wunsch auf, dass dieser besondere Ort auch eine besondere, eine herausragende und anziehende Kirche benötigt, eine Kirche, in der man sofort spürt, dass hier das Allerheiligste. Und so ist die Idee des Kirchenumbaus entstanden, die ich im Januar 2009 als Bauantrag an das EGV formuliert habe.

Seitdem sind über 8 Jahre vergangen und wir haben die Zeit genutzt über Symposien mit Architekturprofessoren und Theologieprofessoren über Workshops mit Architekturstudenten, Theologiestudenten und Jugendlichen, um uns die Frage zu stellen, wie ein Kirchenraum aussehen könnte, um junge Menschen wieder neugierig zu machen auf Gott, wie sie sich wieder neu von Gott berühren lassen können. Diese vergangenen 8 Jahre waren für mich sehr bewegend und kräftezehrend, aber es waren ganz besondere Jahre, weil ich mit vielen Engagierten eine neue Kirche bauen durfte. Der heutige Tag mit der Kirchenkonsekration ist für mich echt heilig, weil hier auch Gott am Werk war und ist. Manchmal denke ich mir, dass das alles nur ein Traum ist, doch dieser Traum ist Wirklichkeit geworden. Ein ganz großer und heiliger Moment! Denn hier kommen wir dem Heiligen auf die Spur!

Zuhören

Heilige Zeiten

Es gibt auch heilige Zeiten. So ist der Sabbat den Juden heilig als Tag des Gebetes und der Ruhe. Der Sonntag ist den Christen heilig, als erster Tag der Woche, als Tag der Auferstehung, als Tag des Gebetes und der Ruhe. – Auch Gebetszeiten sind heilige Zeiten im Tagesablauf, so das Morgen-, Mittags- oder das Abendgebet. Diese Zeiten sind den weltlichen, den profanen Zeiten entzogen und sind ganz dem Heiligen , also Gott gewidmet.

Holy Heroes – Heilige Helden – Johannes Paul II

Auch Menschen können heilig sein. So war schon das Volk Israel im Alten Testament ein auserwähltes Volk: „Ich bin der Herr, der euch aus Ägypten geführt hat, dass ich euer Gott sei, darum sollt ihr heilig sein, denn ich bin heilig.“ Dieser Gott schenkt sogar seinem auserwähltem Volk das Heilige Land.

Es gibt für uns Christen auch Menschen die Heiligkeit verkörpern. Ich kann mich noch gut an die letzten Stunden im Leben von Papst Johannes Paul II. erinnern. Bei seiner Beisetzung auf dem Petersplatz hatten viele Gläubige Schilder in der Hand mit der Aufschrift „Santo subito“ – „Sofort heilig“. Die Kirche hatte einen noch nie dagewesenen Ansturm erlebt, Millionen von Gläubigen haben sich von ihrem Papst verabschiedet. Für sie verkörperte er einen heiligen Menschen.

Wir sind berufen, der Verheißung Gottes zu folgen.

Durch unsere Taufe sind auch wir zur Heiligkeit berufen. Das heißt, dass wir dazu berufen sind der Verheißung Gottes zu folgen. Besonderes in dem Sinne, dass Menschen durch uns Gott erfahren können. Der schwedische Theologe und Friedensnobelpreisträger Nathan Söderblom hat Heilige Menschen so umschrieben: „Menschen, durch die es anderen leichter wird, an Gott zu glauben“

Wir haben eine Mission!

Liebe jungen Freunde in Christus!

Was ist Dir heilig? – Wenn Euch die Lieblingsjeans, der Urlaub und die Freizeit nicht reichen, dann seid ihr hier genau richtig. Denn für uns ist Gott heilig! Deshalb heißt unsere Mission: Die Menschen mit dem absolut Heiligen in Berührung zu bringen, damit ihr Leben geheiligt wird. Das ist unsere Mission, eine wirklich heilige Mission!

YOUNG MISSION – eine Initiative junger Christen –
wird organisiert und betreut von Diözesanjugenpfarrer Stephan Schröder und Team
im Jugendhaus Hardehausen, der Jugendbildungs- und Begegnungstätte des Erzbistums Paderborn
Abt-Overgaer-Straße 1 | 34414 Warburg | info@go-hdh.de | www.go-hdh.de