Gott ist die Liebe
Young Mission

„Gott ist die Liebe“

Katechese von Stephan Schröder

von
Diözesanjugendpfarrer
Stephan Schröder

Liebe junge Christen!
Kennt Ihr Euren Puls?

Das organische Herz hat zumindest der Form nach überhaupt nichts mit dem symbolischen Herzen zu tun, das bekanntlich für die Liebe steht. Das bekannte Herzsymbol geht zurück auf ein Efeublatt, das in griechischen, römischen und frühchristlichen Kulturen die ewige Liebe symbolisierte, da Efeu eine immergrüne und langlebige Pflanze ist. Die rote Farbe hat die grüne Farbe ersetzt, da Rot für die Liebe steht.

Neben dem Herzsymbol ist der Liebesgott Amor, der häufig als junger Knabe mit Pfeil und Bogen abgebildet ist, eine bekannte Darstellung. Er stammt aus der römischen Mythologie als der Gott des Sichverliebens. – Wer von Amors Pfeilen getroffen wird, der ist in einen Menschen verliebt. – Auch heute noch sehen wir häufig das Herzsymbol, das von einem Pfeil getroffen ist. Viele ritzen diese Symbole auf Parkbänken oder in Baumrinden, um ihre Liebe zu einem Menschen zu zeigen.

Stephan Schröder hielt die Katechese

Liebe junge Christen!

Unser Young Mission Weekend steht unter dem Motto: „Kennst Du das Kribbeln im Bauch? – Gott steckt in jeder Beziehung!“
Seid auch Ihr schon mal wie von dem Liebespfeil Amors wie aus heiterem Himmel getroffen worden? Ward ihr schon einmal unendlich verliebt. Hat es Euch so richtig getroffen, so dass ihr „Schmetterlinge im Bauch hattet“? – Das ist etwas ganz Besonderes, verliebt zu sein, zu spüren, dieser Mensch zieht mich an wie ein Magnet. – Doch was bedeutet Liebe? Und was hat Gott damit zu tun?

Die griechische Sprache unterscheidet Liebe mit drei Wörtern, die wir im Deutschen alle mit ‚Liebe’ wiedergeben: Eros, Philia und Agape.
-Denn Eros ist die Leidenschaft. Wir sprechen ja auch von der Erotik, der geschlechtlichen Liebe, der Lust, die wir spüren.
-Philia ist die Sehnsucht und die Suche nach Wahrheit. Das Wort Philosophie lässt sich davon ableiten, Philia – Sehnsucht/Suche Sophos – Weisheit.
-Agape ist die Hingabe. Sie ist die selbstlose Liebe zum Nächsten, die keine Gegenleistung erwartet. Um diese geht in häufig im neuen Testament.

Alle drei drücken unterschiedliche Formen der Liebe aus. Und eine gute Prise kann jeder von jedem gut gebrauchen. Die Agape kann den Eros ebenso gebrauchen wie die Philia die Agape. Im Idealfall fließen alle drei Formen der Liebe Eros, Philia und Agape, also Leidenschaft, Sehnsucht und Hingabe zusammen.

Was hat nun Gott mit der Liebe zu tun? Im 1.Johannesbrief (Kapitel 4, Verse 6-21) heißt es: „Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm. …Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.“

„Gott ist die Liebe“, das ist die einzige Seinsaussage, die die Bibel über Gott macht. Das verdeutlicht ihren ungeheuren Stellenwert. Und so verwundert es nicht, dass ja auch das höchste Gebot das Doppelgebot der Liebe ist: „Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben von ganzem Herzen, von ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und mit all deiner Kraft.“. Dies ist das höchste und größte Gebot, wie Jesus sagt. Und er fährt fort: „Das andere aber ist dem gleich: »Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst« oder bei der Taufe Jesu im Jordan hören wir die Stimme Gottes: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.“ In allem finden wir die drei Formen Eros, Philia und Agape wieder.

Wir sagen ja oft in unseren Kirchen, dass Gott die Liebe ist, sprechen ihm aber oft alles ab, was einen Liebhaber ausmacht: Begehren, Sehnsucht, sowie Hingabe. Denn: Gott ist ein feuriger und leidenschaftlicher Liebhaber! – Der Prophet Hosea vergleicht die Beziehung Gottes zu seinem Volk Israel sogar mit einer Ehe, in der sein Volk ihm fremdgegangen ist. Gott der Bräutigam und das Volks Israel als seine Braut. Gott aber bleibt seinem Volk treu, obwohl Israel sich von ihm abgewendet hat.

An Brückengeländern usw. kann man häufig Schlösser entdecken. Sie symbolisieren die Liebe zweier Menschen. Sie werfen den Schlüssel meist weg, damit dieses Symbol des Schlosses nie wieder entfernt werden soll. Es steht für die Liebe zweier Menschen.

Neben diesem starken Symbol der Schlösser gibt es in der Kirche auch ein starkes Zeichen für Liebende: das Sakrament der Ehe. Es ist eines der stärksten Zeichen für die Liebe zweier Menschen, die die Kirche kennt. In einem unterscheidet sich dieses Zeichen jedoch von einem einfachen Schloss. Wer vor Gott die Ehe schließt öffnet sich auch für neues Leben, also auf die Gründung einer Familie. Ein Paar, das von vorneherein ablehnt eine Familie zu gründen, also Kinder zur Welt zu bringen kann nicht kirchlich getraut werden, weil es einen wichtigen Aspekt der göttlichen Liebe ausschließt.

Ein Ehepaar verspricht diesen wichtigen Aspekt in der Trauung. Darüber hinaus verspricht ein Ehepaar sich die Treue zu halten in guten und bösen Tagen, in Gesundheit und Krankheit, bis der Tod sie scheidet. Sie versprechen sich zu lieben, zu achten und zu ehren. Der Ring wird sodann gesegnet und dem Paar als Zeichen dieses Versprechens übergeben.

Auch dieses Zeichen lässt sich nicht mehr lösen. Denn eine Ehe ist unauflöslich. So wie beim Schloss der Schlüssel weggeworfen wird sieht das Ehesakrament keine Auflösung vor. Das Besondere an dem Sakrament ist, dass der Priester am Ende des Eheversprechens seine Stola um die Hände der Brautleute legt wie eine Schleife und sagt, was Gott verbunden hat, dass darf der Mensch nicht trennen. Das Ehesakrament ist ein von Gott eingesetztes Zeichen, das die Liebe Gottes zu uns Menschen abbildet.

Liebe junge Christen!

Wenn Euer Puls höher schlägt und ihr euch Hals über Kopf verliebt, dann ist das auch ein Spiegelbild der Liebe Gottes. – Wer hätte gedacht, dass auch Gott mich leidenschaftlich umwirbt, dass auch sein Herz für mich schlägt und er mich bedingungslos liebt. Seinen Pulsschlag bekommen wir in der Feier der Eucharistie und in der Anbetung zu spüren. – Gott ist die Liebe. Deshalb steckt Gott auch in jeder Beziehung!
Amen.

Die Fotos vom Wochenende haben wir für Euch in einer Webgalerie auf dem Jugendportal des Erzbistums gesammelt.

YOUNG MISSION – eine Initiative junger Christen –
wird organisiert und betreut von Diözesanjugenpfarrer Stephan Schröder und Team
im Jugendhaus Hardehausen, der Jugendbildungs- und Begegnungstätte des Erzbistums Paderborn
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